Narrenfreiheit
Ein Potentat auf seinem Thron,
in steter Angst vor Rebellion,
um dennoch seine Macht zu wahren,
ließ er sein Volk in Furcht erstarren.
Mit Höllenqual und Fegefeuer,
mit Hungerturm und Sondersteuer,
Verbannung oder gar Schafott,
war jeder Widerstand bedroht.
Alleine nur im Rittersaal,
erlaubte man beim Königsmahl
dem schrägen Narren frei zu reden
und sich zuweilen störrisch geben!
Er konnte seine Meinung sagen,
ihn durfte man dafür nicht schlagen:
Die Narrenkappe war sein Schutz,
sie gab ihm Freiheit, Mut und Trutz.
Drum lasst die Narren weiterleben,
sich keck und ungebärdig geben!
Es strahlt – sogar in unsrer Zeit –
viel Wahrheit aus dem Narrenkleid.
J. A.
Der Narr – Tarot – der Spaßmacher – der Bajazzo oder Clown, spielt eine wichtige Rolle bei Hofe oder auch in der Oper und im Theater. (Commedia dell’arte)
Auch heute spielt der Narr in vielen südlichen Ländern im Karneval oder im Fasching eine wichtige Rolle.
Wie man an Beispielen in der Pandemie-Zeit sah, ist auch der Narr heute nicht mehr frei in seiner Meinung.
Mir fällt dazu der Titel eines bewegenden Films von Rainer Werner Fassbinder ein: „Angst essen Seele auf.“ (von 1973/74)
J. A.